Wo liegt Antalya?
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Antalya hat das schlechte Image von Renterparadies und Massentourismus. Als ich das erste Mal dort eine türkische Freundin besuchen war, ging mir es nicht anders. Jahrelang war für mich der Süden deshalb tabu.
Aber ich hatte mich wie die meisten geografisch nicht gut informiert. Es war mir nicht klar, dass es eine Stadt Antalya und eine Provinz Antalya gab. Letztere ist so groß, dass sich die acht Millionen Touristen im Jahr sich schnell verlaufen. (Zum Münchner Oktoberfest kommen in 14 Tagen 6 Millionen Gäste.)
Es gibt wie überall Parallelwelten, die sich nie begegnen. Touristen werden stets vom Flughafen Antalya direkt an die Plätze von Alanya, Kemer, Tekirova, Belek und Side mit speziellen Bussen in ihre All-inclusive-Hotels gebracht und sie werden da nie alleine herausfinden. Zum Glück! In der Stadt sieht man sie hinter ihrem klimatisierten Busscheiben auf der Fahrt zum historischen Hafen hin und zurück sitzen. Die Stadt hätte gerne ein wenig mehr von diesem Tourismus wie noch in den 90er Jahren. Aber er isst und trinkt nichts, wenn man im Hotel versorgt wird.
Antalya ist eine der wenigen Städte auf der Welt, wo sich ein badewarmes Meer mit Bergen bis zu 3000 Meter unmittelbar begegnen. Obwohl die Stadtbevölkerung auf die zwei Millionen einwohner zugeht, baden wir regelmäßig an den Stadtstränden in klarem Quellwasser, das aus den Bergen sprudelt.
Die Stadt steht mit dem Zuzug noch vor ernsten Problemen. Auch der Binnentourismus in der Türkei lässt die Stadt mit vielen neuen Wohnung anwachsen. Meist zieht es Istanbuller nach Antalya. Hinzu kommt eine steigende Zahl von AusländerInnen, vor allem aus der Urkraine, Moldawien und Russland. Es herrscht seit 2011 Visumsfreiheit für Russland. Mit der steigenden Zahl von Neuzuzug wird es auch für AusländerInnen einfacher, sich anonym und frei zu bewegen. Der Lebensstil von traditioneller Familie und engen Nachbarschaftsverhältnisse bricht auf, der Umgang wird aber auch unfreundlicher und beziehungsloser.
Mit der ansteigenden Bevölkerung wächst die Infrastruktur und der Konsum. Es werden immer mehr Einkaufszentren errichtet und die kleinen Läden verschwinden. Damit verschwindet eine ganze Kultur und Kommunikationskultur.